„Ein Musikerleben zwischen Agitation Free, Ashra, Nico, der Neuen Deutschen Welle und den 17 Hippies“, so heißt es im Untertitel des Buchs. Das verrät wohl schon den Umfang und die Vielfalt, in denen Lutz Ulbrich alias Lüül gelebt hat und immer noch lebt.
Tatsächlich hat der Mann ziemlich viel zu erzählen. Auf über 400 Seiten beschreibt er in kleiner Schrift seinen Lebensweg. Dabei steht stets die Musik im Mittelpunkt, denn sie ist seine große Liebe. Dicht gefolgt von Sängerin Nico, deren Stimme einst auf dem Debütalbum der Rockgruppe The Velvet Underground zu hören war und deren Lebensgefährte er lange Zeit war.
Nicht nur Lüüls Lebensweg zeichnet sich durch Anekdoten mit erfrischender Wirkung aus, sondem auch sein Schreibstil in diesem Buch. Beim Lesen sieht man den Musiker regelrecht vor sich. Er wird zu einem Freund, der einem aus seinem aufregenden Leben berichtet, und der Leser verfolgt das Beschriebene mal ungläubig staunend, mal mitwisserisch lachend.
Lüül fängt mit seinen Erzählungen nicht nur Momente seines eigenen Lebens ein, sondern hält Empfindungen und Geschehnisse einer ganzen Generation zwischen diesen Seiten fest. Die kurzen und prägnanten Kapitel tragen Überschriften wie 'Kommune 1', Auf Droge in Berlin', 'Thailand', 'Der Weltrekord' oder '17 Hippies werden zehn'. Schon daraus lässt sich eine ganze Menge erahnen. Aber die Erlebnisse eines solchen Musikers dann nachlesen zu dürfen, ist eine wahre Belohnung für all jene, die den Tönen seiner Musik treu über die Jahrzehnte gefolgt sind - ob nun im Stil der Beatmusik, des Krautrocks oder der Neuen Deutschen Welle.
Und soviel sei schon mal verraten: Ziemlich genau in der Mitte dieser aufregenden Biografie wird dann auch endlich aufgelöst, woher eigentlich dieser sonderbare Künstlemame stammt.
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf
